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Funktion verfügbar in CINEMA 4D Prime, Visualize, Broadcast, Studio & BodyPaint 3D

XRef

Basis Koord. Objekt

XRef

XRef-Objekte kombinieren separate Projekte in einem einzigen Masterprojekt.

Stellen Sie sich die XRef-Funktionalität als eine Art projektübergreifende Instanzfunktion vor: In einem Masterprojekt werden andere, separat als Datei vorliegende Cinema 4D-Dateien (im Folgenden als Referenzprojekte bezeichnet) jeweils in einem Objekt – nämlich dem XRef-Objekt – zusammengefasst und werden so gerendert oder weiter bearbeitet, als ob alle separaten Objekte (inkl. ihrer Materialien, Tags, Deformern usw.) in dem Masterprojekt vorhanden wären.

Wozu soll das gut sein? Stellen Sie sich ein aufwendiges Projekt vor, das seinerseits aus vielen komplexen Einzelobjekten besteht. So kümmert sich ein Mitarbeiter im Masterprojekt um die Platzierung (oder Animation) der Objekte, während sich verschiedene Modellier-Cracks um die Ausarbeitung der Einzelobjekte bemühen. Wenn die als separate Referenzprojekte vorliegenden Einzelobjekte jetzt jeweils über XRef-Objekte in das Masterprojekt eingebunden werden, ist es sehr schnell und einfach möglich, das Masterprojekt auf einem stets aktuellen Stand zu halten, ohne verschiedenste Projekte aufwendig zusammenfassen (beispielsweise über den Befehl Hinzuladen) zu müssen.

Die im Referenzprojekt enthaltenen Objekte werden bezüglich ihrer Position, Größe und ihres Winkels genau so auch im Masterprojekt positioniert, wie sie das Referenzprojekt vorgibt. Danach kann das XRef-Objekt ganz normal animiert werden.

Seit Cinema 4D R13 gibt es ein komplett neues XRef-System, was wesentlich mächtiger als das von früheren Versionen bekannte ist. Das neue System holt die externen Objekte quasi direkt ins Projekt, sodass sie dort für Expressions und Animationen zur Verfügung stehen.

Das bringt für das Teamwork unschätzbare Vorteile: Der Modellierer schickt sein Referenzprojekt zum Charakter-Rigger, der es nach (oder schon während) dem Riggen zum Masterprojekt schickt. Alle am Projekt beteiligten Mitarbeiter sind jederzeit in der Lage, ihre Referenzprojekte zu bearbeiten und zu ändern (selbst wenn diese in weitere Referenzprojekte eingebettet sind). Am Ende führt alles im Masterprojekt zusammen, das natürlich auch jederzeit geändert werden kann.

Der Mitarbeiter, der das Masterprojekt bearbeitet, ist in der Lage, alle enthaltenen geriggten Charaktere direkt im Masterprojekt zu kontrollieren und zu animieren. Alle Kontroll-Objekte, Constraints und Expressions sind aktiv und bearbeitbar (natürlich nur, wenn die entsprechenden Optionen im XRef-Objekt aktiviert sind). Falls Änderungen an Referenzprojekten bzgl. Modellieren oder Rigging nötig sind, ist auch das kein Problem. Das Masterprojekt muss nur aktualisiert werden, wobei vorhandene Animationen oder Änderungen erhalten bleiben.

Wurden die XRefs doch primär für die Charakteranimation entwickelt, so sind sie natürlich nicht auf diese beschränkt. Auch für Architekturvisualisierung sind sie beispielsweise geeignet. So kann ein Mitarbeiter an der Geometrie arbeiten, während sich ein anderer speziell um Materialien und Shader kümmert. Ein Dritter kann im Masterprojekt XRef-Materialien an bestimmte XRef-Objekte (oder auch reguläre Objekte) vergeben.

Wenn Sie im Masterprojekt ein XRef-Objekt hinzuladen, können Sie genau bestimmen, was importiert, angezeigt und bearbeitet werden soll.

Wenn Sie beispielsweise ein Referenzprojekt importieren, können Sie festlegen, ob Sie Animationen und Materialien importieren wollen. Darüber hinaus kann ausgewählt werden, ob im Objekt-Manager alle im XRef enthaltenen Objekte angezeigt oder ob sie lieber ausgeblendet werden sollen, um den Objekt-Manager nicht zuzukleistern. Und schließlich kann bestimmt werden, ob es möglich sein soll, Parameter, Positionen, Materialien usw. zu ändern.

Um es auf den Punkt zu bringen, XRefs ähneln fast schon dem Hinzuladen-Befehl mit der Ausnahme, dass eine aktive Verbindung zum Referenzprojekt bestehen bleibt, sodass Änderungen nahtlos ins Masterprojekt übernommen werden können.

XRef- und referenzierte Objekte können:

XRefs haben in Cinema 4D R13 die gleiche Funktionalität wie bisher, können jetzt aber, da sie wie echte Objekte reagieren, wesentlich stärker beeinflusst werden.

Einige der früheren Limitationen wurden beseitigt bzw. verbessert. So werden jetzt z.B. Ebenen sauber importiert und relative Pfade sind auch kein Problem mehr.

Hinweis:
Beachten Sie, dass das Bearbeiten eines parametrischen Grundobjekts mittels Grundobjekt konvertieren bzw. Aktuellen Zustand in Objekt wandeln diese Objekte dupliziert, wenn das XRef neu geladen wird (d.h. es wird im parametrischen Zustand neu geladen). Sie sollten das Modellieren nur im externen Referenzprojekt vornehmen.

Seit Cinema 4D R14 kann die Geometrie eines polygonalen Objekts bearbeitet werden, ohne dass diese Änderungen verloren gehen (aktivieren Sie dazu in den XRef-Optionen im Tab "Anpassen" die Option Punkte). Das Bearbeiten von Grundobjekten führt allerdings zum gleichen Ergebnis wie früher.

Achtung: Wenn Sie das XRef-Objekt auf "Generator" stellen, verlieren Sie alle Änderungen, die Sie zuvor im Masterprojekt vorgenommen haben. Praktisch wird das XRef-Objekt auf seine voreingestellten Werte zurückgesetzt.

Expressions und Tags können den referenzierten Objekten innerhalb des Masterprojekts zugewiesen werden. Diese können sogar auf andere referenzierte Objekte reagieren.